Ratgeber Was ist der Leitzins?

Leitzins EZB

Seit dem Jahr 1999 ist die Europäische Zentralbank (EZB) zuständig für die Geldpolitik in der Europäische Währungsunion. Oberste Ziele der EZB ist die Geldwert- und Preisstabilität in den 17 Euroländer zu wahren.

Die EZB senkt oder erhöht den Leitzins zur Geldmengensteuerung, welches direkten Einfluss auf den Geld- und Kapitalmarkt und in Folge dessen indirekte Auswirkungen auf das Wirtschaftwachstum in den EU-Länder hat. Der EZB Leitzins steuert das Zinsniveau und die Liquidität innerhalb der Währungsunion. Die Leitzinserhöhung bewirkt eine wachstumshemmende Wirtschaftproduktion, da die Kredite teuer werden und die Kreditnachfrage dadurch sinkt. Durch die Senkung der Leitzinsen EZB wird die Konjunktur angekurbelt. Die Kredite sind günstig.

EZB Leitzins - die geldpolitischen Instrumente im Detail

Offenmarktgeschäfte:
Zur Refinanzierung der Banken werden seitens der EZB kurz- und langfristige Maßnahmen angeboten. Zu den kurzfristigen Refinanzierungsmaßnahmen zählen die Wertpapier-pensionsgeschäfte und zu den längerfristige Maßnahmen die Schuldverschreibungen.

Spitzenrefinanzierungsfazilität:
In Höhe des Zinssatzes können sich Privatbanken im Falle von Liquiditätsengpässen über Nacht Geld bei der EZB ausleihen. Geldanlagen von Privatbanken können ebenfalls über Nacht bei der EZB zu dem festgesetzten Zinssatz erfolgen (Einlagenfazilität).

Mindestreservepolitik:
Die Notenbanken sind verpflichtet Reserveeinlagen bei der EZB zu unterhalten. Die Mindestreserven werden verzinst und können als Liquiditätspuffer der Banken angesehen werden.

Bei der Festlegung des Leitzinssatzes orientiert sich die EZB an der jährlichen Preissteigerungsrate in den Europäischen Ländern. Mit dem Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) lässt sich die konjunkturelle Entwicklung in Europa bewerten. Der EZB Leitzins wurde in diesem Jahr zweimal um jeweils 0,25 % auf nunmehr aktuell 1 % gesenkt.